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    Webdesign-Philosophie & Strategie

    Landingpage oder mehrseitige Website, was passt zu wem

    5 Min. Lesezeit
    Landingpage oder mehrseitige Website, was passt zu wem

    Wenn ich Erstgespräche mit potenziellen Kunden führe, kommt diese Frage fast immer auf. Brauche ich eine richtige Website mit vielen Unterseiten oder reicht so eine moderne Landingpage? Die Antwort ist nicht pauschal. Aber sie ist auch nicht beliebig. Hier eine ehrliche Orientierung.

    Was eine Landingpage ist

    Eine Landingpage ist eine einzelne, lange Seite mit einem klaren Ziel. Der Besucher scrollt von oben nach unten und wird dabei Schritt für Schritt überzeugt. Erst wird Aufmerksamkeit geweckt, dann werden Leistungen vorgestellt, dann Vertrauen aufgebaut, dann Bedenken aufgegriffen und am Ende wird der Besucher zur Handlung geführt.

    Du als Anbieter weißt genau, in welcher Reihenfolge der Besucher die Inhalte sieht. Das ist ein gewaltiger Vorteil.

    Was eine mehrseitige Website ist

    Bei einer klassischen mehrseitigen Website gibt es eine Startseite, von der aus man auf verschiedene Unterseiten klickt. Über uns, Leistungen, Team, Referenzen, Blog, Kontakt. Jede Seite ist für sich. Der Besucher entscheidet, in welcher Reihenfolge er sie besucht oder ob er manche überhaupt aufruft.

    Wann eine Landingpage besser ist

    Für die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen ist eine Landingpage die bessere Wahl. Vor allem wenn folgende Punkte zutreffen.

    Du hast ein klares Hauptangebot. Etwa eine Steuerberatung für Selbstständige, ein Coaching für Führungskräfte, eine Schreinerei für Privatkunden. Wenn dein Angebot in einem Satz beschreibbar ist, reicht eine Landingpage.

    Dein Hauptziel ist, Anfragen zu bekommen. Egal ob über Kontaktformular, Anruf oder Online-Termin, der Besucher soll am Ende der Seite eine konkrete Aktion ausführen. Eine Landingpage ist genau dafür gebaut.

    Deine Zielgruppe ist relativ homogen. Wenn du im Wesentlichen mit ein oder zwei Kundentypen arbeitest, kannst du mit einer Seite alle ansprechen. Du musst nicht für jede Zielgruppe eine eigene Unterseite bauen.

    Du willst überschaubar bleiben. Eine Landingpage ist günstiger in der Erstellung, einfacher in der Pflege und schneller umzusetzen.

    Wann eine mehrseitige Website wirklich nötig ist

    Es gibt klare Fälle, in denen eine einzelne Seite nicht ausreicht.

    Du hast sehr viele unterschiedliche Leistungen, die jede für sich ausführlich beschrieben werden müssen. Etwa eine Anwaltskanzlei mit zehn verschiedenen Rechtsgebieten oder ein Bauunternehmen mit verschiedenen Sparten von Hochbau über Tiefbau bis Sanierung.

    Du betreibst einen Online-Shop. Hier brauchst du Produktseiten, Kategorieseiten, Warenkorb, Checkout und vieles mehr. Eine Landingpage ist hier nicht passend.

    Du bist ein größeres Unternehmen mit mehreren Abteilungen oder Standorten. Hier wird deutlich mehr Inhalt nötig sein, der sich nicht sinnvoll auf einer Seite unterbringen lässt.

    Du betreibst aktiv einen umfangreichen Blog oder ein Magazin. Dann macht eine eigene Sektion mit eigenen Unterseiten Sinn, was du übrigens auch in Kombination mit einer Landingpage haben kannst.

    Die Mischform

    Was viele übersehen ist, dass es nicht zwingend ein Entweder-Oder sein muss. Du kannst eine starke Landingpage als Hauptseite haben und trotzdem einzelne Unterseiten haben, die für spezielle Zwecke da sind. Etwa eine ausführliche Fallstudien-Seite, einen Blog für Suchmaschinenoptimierung, eine separate Karriereseite, wenn du Mitarbeiter suchst.

    So bekommst du das Beste aus beiden Welten. Die fokussierte Conversion-Stärke einer Landingpage und gleichzeitig genug Tiefe für spezialisierte Inhalte.

    Was beide Varianten gemeinsam haben

    Egal welche Variante du wählst, gewisse Grundlagen gelten immer. Mobile-Optimierung ist Pflicht. Schnelle Ladezeiten sind Pflicht. Klare Aufrufe zur Handlung sind Pflicht. Vertrauensaufbau durch echte Bilder und Bewertungen ist Pflicht. Rechtliche Grundlagen wie Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner sind Pflicht. Wer das vernachlässigt, hat unabhängig vom Format keine gute Website.

    Worauf du nicht hereinfallen solltest

    Manche Anbieter, gerade Agenturen, neigen dazu, größere Pakete zu verkaufen, als nötig sind. Eine Website mit zwölf Unterseiten ist im Verkaufsgespräch beeindruckend, im Alltag aber meistens überdimensioniert. Wenn jemand dir eine umfangreiche Struktur vorschlägt, ohne sich tief mit deinem Geschäftsmodell beschäftigt zu haben, ist das ein Warnsignal.

    Wie du die richtige Wahl für dich triffst

    Stell dir drei Fragen. Erstens, was ist dein Hauptziel mit der Website? Wenn es Anfragen sind, tendiert es zur Landingpage. Zweitens, wie unterschiedlich sind deine Angebote? Wenn sie sich auf einer Seite zusammenfassen lassen, reicht eine Landingpage. Drittens, wer ist deine Zielgruppe? Eine homogene Gruppe spricht für eine Seite, mehrere stark unterschiedliche Gruppen für mehrere Seiten.

    Was du daraus mitnehmen solltest

    Es gibt keine universelle Antwort. Aber für die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ich kenne, ist eine fokussierte Landingpage die schnellere, günstigere und effektivere Lösung. Wer trotzdem eine mehrseitige Website braucht, soll eine bekommen. Aber dann mit gutem Grund.

    Dein nächster Schritt

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